WIR

Motiv aus einem Plakat für Mercedes-Schreibmaschinen von Ernst Deutsch Dryden, Berlin, um 1911

„Um richtig zu flanieren, darf man nichts allzu Bestimmtes vorhaben“, meinte der Flaneur Franz Hessel, und dieser Grundsatz gilt auch für die „Flaneurin“ und alle, die mit ihr flanieren. Für uns bedeutet das Flanieren ein aufmerksames Schlendern, bei dem das Interesse den unterschiedlichsten Bereichen des so genannten „kulturellen Lebens“ gilt. Im Mittelpunkt steht dabei die Vielfalt. Vollständigkeit hingegen kann nie ein Ziel des Flanierens sein, und Kategorien wie „neu“ oder „alt“, „berühmt“ oder „unbekannt“ sind ohne Bedeutung.
Meist wird das Flanieren mit Urbanem assoziiert, die „Flaneurin“ jedoch meint, dass es sich auch außerhalb des städtischen Bereichs gut flanieren lässt. Denn auch wenn dabei bisweilen die Gangart verändert werden muss, so bleibt doch die Grundhaltung des aufmerksamen geistigen Schlenderns dieselbe.

Die flanierenden Autorinnen und Autoren sind:

Barbara Denscher,
geboren in Wien, Studium der Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaft an der Universität Wien, Dänisch an der Universität Kopenhagen. Kulturpublizistin (u.a. ORF-Hörfunk), Mitarbeit bei zahlreichen Buch- und Zeitschriftenpublikationen. Herausgeberin des Buches „Österreich – Kunst und Kultur. Das 20. Jahrhundert“, Autorin u.a. von: „Im Schatten des Ararat. Lesereise Armenien“, „Eine Brücke zwischen den Kulturen des Orients und des Okzidents. Die Geschichte der Wiener Mechitharisten-Druckerei“, „Lesereise Kopenhagen. Der Philosoph und die Meerjungfrau“, „Lesereise Dänemark. Von Wikingern und Brückenbauern“ und, 2017, „Der Operettenlibrettist Victor Léon. Eine Werkbiografie“. Auszeichnungen u.a.: „KritikerInnenpreis 1997 des Österreichischen Verbandes der KulturvermittlerInnen im Museums- und Ausstellungswesen“, „Franz Werfel-Medaille“ (2014).

Bernhard Denscher,
geboren in Wien, Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Wien, 1979 Referent in der Plakatsammlung der Stadt Wien, 1989 Stellvertretender Direktor der Wiener Stadt- und Landesbibliothek und Leiter von deren Druckschriftensammlung, von 1991 bis 2016 Leiter der Kulturabteilung der Stadt Wien, Mitarbeit bei vielen Ausstellungen, zahlreiche Artikel in Zeitschriften und Sammelbänden, zahlreiche Publikationen zu kulturwissenschaftlichen Themen. Autor u.a. von: „Humor vor dem Untergang. Tobias Seicherl – Comics zur Zeitgeschichte 1930 bis 1933“, „Kunst und Kommerz“, „Österreichische Plakatkunst“.

René Grohnert,
geboren in Berlin, Studium der Museologie in Leipzig, Studium der Kunstgeschichte in Halle/Saale, Arbeit als Kurator der Plakatsammlung des Museums für Deutsche Geschichte/Deutsches Historisches Museum, dabei unter anderem Betreuung der Sammlung Sachs und Verfasser der Arbeit „Hans Sachs und seine Plakatsammlung“, gemeinsam mit Hellmut Rademacher Kurator der Ausstellung „Kunst! Kommerz! Visionen! Deutsche Plakate 1888–1933“ im Deutschen Historischen Museum in Berlin (1992), Mitherausgeber der Zeitschrift „PlakatJournal“, seit 2005 Leiter des Deutschen Plakat Museums in Essen und als solcher Kurator zahlreicher Plakatausstellungen, zu denen er auch die entsprechenden Kataloge herausgegeben hat. Gemeinsam mit Karl Lagerfeld Herausgeber des Werkes „Reklame. Frühe Werbung und Plakate“ (2013).

Konrad Holzer,
geboren in Wien, lange Zeit Gestalter von Radiosendungen und Sendungsverantwortlicher beim Österreichischen Rundfunk, u.a. Leiter der Redaktion „Wort“ bei Ö3, wo er u.a. für die Sendereihen „Gedanken“ und „Kulinarium“ verantwortlich zeichnete. 1987–1997 Leiter der Literaturabteilung von Radio Wien, danach bei Ö1 (u.a. als Gestalter und Moderator der Sendung „Heimspiel – Die Woche im RadioKulturhaus“). Derzeit freischaffender Publizist mit Schwerpunkt Literaturkritik und Buchrezensionen. Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien (2001).

Doris Stoisser,
Journalistin, in Printmedien tätig, war Chefredakteurin der im Wiener Vorwärts-Verlag erschienenen Zeitschrift „Neue Frau“, danach Mitarbeiterin bei Radio Ö1, dem Kultursender des ORF. Sie gestaltete zahlreiche Sendungen, u.a. der Reihen „Im Gespräch“, „Radiokolleg“, „Hörbilder“ und „Tonspuren“. Derzeit als freischaffende Publizistin tätig. 2009 erhielt sie sowohl den europäischen CIVIS-Medienpreis und als auch den Prälat Leopold Unger-Journalistinnenpreis für das Radiofeature: „Karntn is lei ans. Die Geschichte einer Abschiebung“.

Konrad Zobel,
Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien. 1968–1970 Lektor an der University of Southampton. 1970–1972 Asst. Prof. und Managing Director des Theatre Research Institute an der Ohio State University sowie Herausgeber der Fachzeitschrift „Theatre Studies“. 1972–1974 Director of Graduate Studies am Dept. of Dramatic Art der University of North Carolina in Chapel Hill. Ab 1974 im ORF, zunächst als Kulturredakteur, danach als Leiter der Abteilung „Literatur und Hörspiel“. Im „Ruhestand“ seit 2006 gilt das Hauptinteresse der Familie, der Weltliteratur und der Insektenwelt (in dieser Reihenfolge).