„DAS SCHÖNSTE MUSEUM DER WELT“

Buchcover (Ausschnitt)Buchcover "Museum Folkwang. Meisterwerke der Sammlung" (Ausschnitt)

„Das schönste Museum der Welt“ – mit diesem Superlativ bedachte der Mitbegründer des New Yorker Museums of Modern Art, Paul J. Sachs, das Museum Folkwang in Essen bei einem Besuch im Jahr 1932. Die Sammlung Folkwang war bereits im Jahr 1902 vom Industriellen Karl Ernst Osthaus als erstes deutsches Museum zeitgenössischer Kunst in Hagen begründet worden, 1922 übersiedelte sie nach dem Tod von Osthaus nach Essen. Trotz einer schmerzlichen Dezimierung der Bestände während der Zeit des Nationalsozialismus beherbergt das Museum Folkwang heutzutage nach wie vor eine der weltweit bedeutendsten Kollektionen moderner Kunst.

Der beeindruckende Bogen der Sammlung reicht von Édouard Manet, Pierre Auguste Renoir, Vincent van Gogh, Claude Monet, Paul Cézanne und Paul Gauguin über die deutschen Expressionisten bis zu Gerhard Richter und Martin Kippenberger. Doch schon seit seiner Gründung ist das Museum weit über Europa hinaus orientiert und beherbergt auch Arbeiten aus Japan und Java, aus Ozeanien, Afrika und aus zahlreichen weiteren Kulturkreisen. Seit 1974 gehört zu dem Essener Museum auch das renommierte „Deutsche Plakat Museum“, 1978 wurde eine eigenständige Fotografische Sammlung eingerichtet, die derzeit nicht weniger als 60.000 Fotografien umfasst. Ein 2010 eröffneter Zubau – Architektur von David Chipperfield – und eine rege Ausstellungstätigkeit machen aus dem „Folkwang“ eine sehr lebendige und überaus aktive Kulturinstitution.

Franz Marc: Pferd in Landschaft, 1910. Erworben 1953 mit Unterstützung des Folkwang-Museumsvereins. © 2015 Museum Folkwang, Essen / Sieveking Verlag, München

Franz Marc: Pferd in Landschaft, 1910. Erworben 1953 mit Unterstützung des Folkwang-Museumsvereins. © 2015 Museum Folkwang, Essen / Sieveking Verlag, München

Nun hat das Museum unter der Leitung von dessen Direktor Tobia Bezzola und unter Mitarbeit von Tobias Burg, Florian Ebner, René Grohnert, Hans-Jürgen Lechtreck, Mario von Lüttichau und Marcel Schumacher einen Prachtband über die „Meisterwerke der Sammlung“ vorgelegt. Die Publikation besticht nicht nur durch den Reiz der in hervorragender Qualität abgebildeten Kunstwerke, sondern auch durch die subtile und gut abgestimmte Auswahl der Objekte. Ohne zwischen „High and Low“ zu unterscheiden, werden hier in streng chronologischer Abfolge die Artefakte aneinandergereiht und ergeben so ein spannendes kulturgeschichtliches Zeitbild der letzten beiden Jahrhunderte.

In seinem Editorial schreibt Museumsdirektor Bezzola: „Diese Publikation folgt in ihrer Zusammenstellung der Intention des Museumsgründers. Sie bildet, wie die Sammlung, der sie gewidmet ist, eine vielgestaltige Synthese aus Weltkunst, klassischer Moderne, zeitgenössischer Kunst, Fotografie, Grafik und Plakat und scheint heute im Zeitalter der fortschreitenden Globalisierung und interkulturellen Beziehungen aktueller denn je.“ Alles in allem ist der an die 300 Seiten umfassende, großformatige Band eine sehr erfreuliche Publikation  –  oder wie es im Pressetext zu dem Buch treffend und prägnant heißt: „Kunstinteressierten wird der modern gestaltete Band eine Bereicherung sein.“

Der Band „Museum Folkwang. Meisterwerke der Sammlung“, herausgegeben vom Museum Folkwang, ist im Sieveking Verlag, München, 2015, erschienen.