DIE BILDERLUST DES VOLKER PFÜLLER

Volker Pfüller, Die Rundköpfe und die Spitzköpfe, Deutsches Theater, Berlin 1983 (Plakatausschnitt)Volker Pfüller, Die Rundköpfe und die Spitzköpfe, Deutsches Theater, Berlin 1983 (Plakatausschnitt)

„Künstler gibt es vielerlei, oft sind sie talentiert dabei.“ – Wer so reimt, zeichnet auch besonders, so wie es der Maler, Grafiker, Bühnen- und Kostümbildner Volker Pfüller tut. Dem vielseitigen Künstler ist aus Anlass seines 80. Geburtstags eine repräsentative Publikation gewidmet. „Volker Pfüller Bilderlust“ heißt der Band, der im „Verlag Theater der Zeit“ erschienen ist. Ein treffender Titel, weil es in dem Buch sowohl um die Freude des Künstlers an seinem Schaffen als auch um die Lust der Betrachterinnen und Betrachter an diesem opulenten Werk geht.

Beide Plakate: Volker Pfüller. Links: 1983 / Rechts: 1986

Volker Pfüller wurde 1939 in Leipzig geboren. Nach seinen Kunststudien in Berlin arbeitete er auf verschiedenen Gebieten der Grafik, bis er Ende der 1960er Jahre auch als Bühnenbildner begann. Neben vielen anderen Theatern war er vor allem an der Volksbühne und dem Deutschen Theater in Berlin wie auch an den Münchner Kammerspielen erfolgreich tätig. Daneben lehrte Pfüller im Bereich Bühnenbild und Illustration.

Volker Pfüller, 1984

Besonders erfolgreich war die Zusammenarbeit von Volker Pfüller mit dem Regisseur Alexander Lang: Büchners „Dantons Tod“ (1981), Brechts „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe“ (1983), Goethes „Iphigenie auf Tauris“ (1984), Schillers „Don Karlos“ (1985), „Medea“ von Euripides (1986) oder Strindbergs „Totentanz“ (1986) sind nur einige der gemeinsamen Erfolgsproduktionen. Später folgten auch Opernausstattungen mit prominenten Regisseuren, wie Thomas Langhoff oder Dieter Dorn. Parallel dazu entwarf Pfüller von den späten 1960er Jahren bis heute viele herausragende Theaterplakate, meist für die von ihm betreuten Produktionen.

Beide Plakate: Volker Pfüller. Links: 2011 / Rechts: 2008

Durch das lesenswerte Interview von Buch-Herausgeber Stephan Dörschel mit Volker Pfüller zieht sich der für den Künstler so typische Humor, der auch seine bildnerische Arbeit prägt – ein Humor, der von salopp bis grimmig reichen kann, aber immer eine für Pfüller typische Komponente des Grotesken enthält. Dies zeigt sich auch in einer Reihe von Büchern, die Pfüller nicht nur illustrierte, sondern auch für den Text sorgte. So etwa in dem Band „Ziegenbock im Bratenrock“ (2000), in dem er die Johann-Strauss-Operette „Die Fledermaus“ folgendermaßen paraphrasiert: „Glücklich ist, wer vergisst, was einfach nicht zu merken ist.“

Stephan Dörschel (Hrsg.): Volker Pfüller Bilderlust. Mit Beiträgen von Friedrich Dieckmann, Stephan Dörschel, Thomas Glöß, René Grohnert und Christoph Ruckhäberle. Verlag Theater der Zeit, Berlin 2019.

Volker Pfüller wird für die Genehmigung zur Abbildung seiner Werke gedankt.