KLICK-TIPPS

 

STÄDEL MIXTAPE #5 Bettina von Arnim – Hosenträger (1970), ein Podcast des Städel Museums in Kooperation mit ByteFM

STÄDEL MIXTAPE #5 Bettina von Arnim – Hosenträger (1970), ein Podcast des Städel Museums in Kooperation mit ByteFM

KUNST HÖRBAR GEMACHT

Auf die Website des Frankfurter Städel Museums zu klicken, lohnt sich auf jeden Fall, gibt es doch da viel Sehenswertes. Und nicht nur das: auch absolut Hörenswertes ist vorhanden. „Städel Mixtape“ heißt die Podcast-Serie, in deren Mittelpunkt jeweils ein Kunstwerk aus der Sammlung des Hauses steht. Dabei geht es um Daten und Fakten zur Werkgeschichte und zur Biografie der Malerin oder des Malers ebenso wie um jene Stimmungen und Assoziationen, die durch das Bild ausgelöst werden. Einen ganz wesentlichen Part dabei spielt die Musik: Welche Musik war zur Zeit der Entstehung des Bildes aktuell? Gibt es Kompositionen, die durch das Werk inspiriert wurden? Welche heutigen Musikstücke passen thematisch dazu? Die Antworten auf derartige Fragen gibt der Musikjournalist Till Kober, der die Podcasts moderiert und eine jeweils entsprechende Musikauswahl zusammenstellt. So etwa reicht bei der Folge über Claude Monets Bild „Das Mittagessen“ der musikalische Bogen von einem Stück aus Claude Debussys „Children’s Corner“ bis zu „I’m Only Sleeping“ von den Beatles. Und beim Podcast über Bettina von Arnims 1970 entstandenes Gemälde „Hosenträger“ passen Björk und Pink Floyd.
„Städel Mixtape“ bringt jeden Monat eine neue Folge. Angehört werden kann diese über die Website des Museums und über alle gängigen Podcast-Plattformen (alle Infos dazu finden sich auf der Museumswebsite).

 

„Ein rücksichtloser Passagier“, Zeitungsillustration 1872 (© Deutsche Nationalbibliothek)

„Ein rücksichtloser Passagier“, Zeitungsillustration 1872, © Deutsche Nationalbibliothek

ZEITUNG

Eine mediengeschichtliche Zeitreise, die von den Vorläufern der Zeitung – den Flugblättern der frühen Neuzeit – bis zur Produktion der Tagespresse im digitalen Umfeld führt, bietet die virtuelle Ausstellung „Zur Geschichte des Zeitungsdrucks“ des „Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek“. Der Bogen reicht dabei von der ersten Tageszeitung der Welt, die 1650 von dem Leipziger Verleger Timotheus Ritzsch veröffentlicht wurde, bis hin zu den aktuellen drucktechnischen Innovationen. Dabei geht es auch um die Entwicklung der Zeitungsillustration, die verschiedenen Publikationsformen, sowie um Fragen von Zensur und politischer Einflussnahme. Ergänzt ist das gut aufgearbeitete Textmaterial durch zahlreiche Abbildungen.

 

FRAUEN 1848–1938

Pionierinnen der Frauenrechtsbewegung, Frauen in der Kunst und in sozialen Bereichen, Themen der Frauenpolitik in der österreichisch-ungarischen Monarchie und in der Zwischenkriegszeit, Frauenorganisationen, Netzwerke und Publikationen – zu all dem liefert das Webportal „Frauen in Bewegung 1848–1938“ viele interessante Informationen. Eingebunden in die frauen- und genderspezifische Informations- und Dokumentationsstelle „Ariadne“ der Österreichischen Nationalbibliothek finden sich da mehrere hundert Biografien, viele Fotos, zahlreiche Online-Dokumente (Zeitungen, Zeitschriften, Bücher), eine Chronologie der österreichischen und auch der internationalen Frauenbewegung, Vernetzungsgrafiken, weiterführende Links und vieles mehr.
Foto (ÖNB): Sitzung im österreichischen Parlament, 4.3.1919. Nach der Wahl vom 16.2.1919 gab es erstmals in Österreich weibliche Abgeordnete (insgesamt 8). Hier im Bild, links vorne beginnend: Adelheid Popp, Therese Schlesinger, Anna Boschek, Emmy Freundlich, Maria Tusch und Amalie Seidel.

 

MEDIENGESCHICHTE

Zu einer Zeit- und Entdeckungsreise durch rund 5000 Jahre Mediengeschichte lädt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum mit der Online-Ausstellung „Zeichen – Bücher – Netze“. Der Bogen reicht dabei von antiken Schriftensammlungen bis zu virtuellen Bibliotheken, von den Hieroglyphen bis zu aktuellen Mailart-Schriften, von der Erfindung des Buchdrucks bis zur Entwicklung der Massenmedien, von der bis in die Gegenwart reichenden Geschichte der Zensur bis zur Frage des Urheberrechts im digitalen Zeitalter. Es ist eine beeindruckende Dokumentation mit erläuternden Texten, Zitaten, Bildern, Audio- und Videosequenzen, einem Quiz, einem „Zeitstrahl“ und vielem mehr. Bei einem Klick wird es da sicherlich nicht bleiben …

 

MINDMAP ZUR RADIOKUNST

Der Geschichte der Radiokunst widmet sich die Online-Plattform „Radiophonic Spaces“ der Bauhaus-Universität Weimar. Über eine Mindmap lassen sich über 200 Werke internationaler Radiokunst entdecken. Dazu gibt es Hörstücke, Texte, Bilder, filmische und akustische Statements von AutorInnen, KomponistInnen und RegisseurInnen. Der Bogen reicht dabei von Orson Wellesʼ „War of the Worlds“ bis zu den „Imaginary Landscapes“ von John Cage, von der 1928 eröffneten „Rundfunkversuchsstelle Berlin“ bis zu Produktionen des ORF-Kunstradios. Reizvoll ist es, einfach irgendwo auf die sogenannte „Sternenkarte“ zu klicken, um so ins Universum der Radiophonie zu gelangen und die vielfachen Vernetzungen von Stücken und Personen zu ergründen. Dabei erschließen sich auch Zusammenhänge zwischen kulturellen und politischen Entstehungskontexten, aber auch experimentelle Studiobedingungen und die daraus resultierende Ästhetik lassen sich hier erforschen. Initiiert wurde das Projekt von Nathalie Singer, die als Professorin für „Experimentelles Radio“ an der Bauhaus-Universität tätig ist.