LEONARDO UND DIE FRAUEN

Leonardo da Vinci: Dame mit dem Hermelin (Ausschnitt)Leonardo da Vinci: Dame mit dem Hermelin (Ausschnitt)

Leonardo da Vinci war der uneheliche Sohn eines Notars, Linkshänder, vermutlich homosexuell und er hatte keine akademische Bildung. Letzterem hielt er Zeit seines Lebens entgegen, stolz darauf zu sein, Dinge selbst erfahren und erfunden zu haben. Weniger von seinen Erfindungen, dafür mehr von dem, wie Leonardo Frauen abbildete, Frauen, die sich – erstmals in der Kunstgeschichte – ihren Betrachtern zuwenden, schreibt die deutsche Kulturhistorikerin Kia Vahland in ihrer Künstlerbiografie „Leonardo da Vinci und die Frauen“. Sie bettet sein Leben in die damalige Gesellschaft, stellt drei Schlüsselwerke in den Mittelpunkt des reich illustrierten Buches – das Bildnis der Ginevra de‘ Benci, das Porträt der „Dame mit dem Hermelin“ und natürlich „La Gioconda“, Mona Lisa. Vahland weiß, wie man Aufmerksamkeit erregt: Sie gibt den Abschnitten aus Leonardos Leben griffige Titel, wie „Liebesspiele“, „Streit- und Sinneslust“, „Pose oder Poesie“, „Gebären und Töten“. Sie schließt mit dem Epilog „Leonardo heute“. Denn die Aktualität alter Bilder ist ihr generell ein Anliegen, dem sie 2018 das Buch „Ansichtssachen. Alte Bilder, neue Zeiten“ widmete. Sie meint, dass es sich über Leonardo streiten ließe, dass man über ihn streiten müsse.

Kia Vahland: Leonardo da Vinci und die Frauen. Eine Künstlerbiographie. Insel Verlag, Berlin 2019.