MUSICA FEMINA

Installation zu „Musica Femina“. Foto: © Nancy HorowitzInstallation zu „Musica Femina“. Foto: © Nancy Horowitz.

Das vielfältige – und meist viel zu wenige beachtete – musikalische Schaffen von Frauen in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart ist das Thema der Ausstellung „Musica Femina“, die in diesem Sommer in Bregenz, im Bildraum Bodensee, zu sehen ist. Gestaltet wurde die Schau von der Musikwissenschaftlerin und Ö1-Musikexpertin Irene Suchy und der am Wiener Max Reinhardt Seminar lehrenden bildenden Künstlerin und Bühnenbildnerin Clarisse Maylunas.

Es ist der Platz der Ausübenden, der den Frauen in der Musikwelt über lange Zeit zugewiesen war und es vielfach immer noch ist. Sie sind Sängerinnen und Instrumentalistinnen, wobei es schon bei Letzterem so manche Beschränkungen gab und gibt, in seltenen Fällen sind sie Chorleiterinnen, in noch viel, viel selteneren Dirigentinnen. Das Musikschaffen hingegen gilt im Wesentlichen als männliche Domäne – und dies, obwohl im Lauf der Geschichte auch viele Frauen in diesem Bereich tätig waren. An sie zu erinnern, auf sie und ihre Werke aufmerksam zu machen ist das Ziel von „Musica Femina“. Irene Suchy, die für das wissenschaftliche Konzept des Projekts verantwortlich ist, geht es dabei nicht um einen simplen historischen Überblick, sondern um das Darstellen der Rahmenbedingungen für musikalisches Schaffen von Frauen, der Bereiche, in denen das Komponieren möglich war.

 

Neben Kloster und Aristokratie nennt Irene Suchy als einen weiteren Bereich, in dem Frauen das Komponieren möglich war, den „Salon“. Beispiele sind da unter anderen Clara Schumann, Fanny Hensel und Amanda Maier.

Ein Bereich, in dem Komponistinnen besonders erfolgreich sind, ist die Musik für Film und Fernsehen – so etwa Martina Eisenreich und Iva Zabkar, die beide neben Arbeiten für den Film auch Musiken zur „Tatort“-Serie komponiert haben, weiters Judit Varga und natürlich Rachel Portman, die 1997 als erste Frau einen „Oscar“ für Filmmusik – für die Verfilmung des Jane Austen-Romans „Emma“ mit Gwyneth Paltrow in der Titelrolle – bekam.

Thematisiert wird in der Ausstellung auch der Bereich des NS-verfemten weiblichen Musikschaffens.

 

Ein wesentliches Gestaltungselement bei der Präsentation von „Musica Femina“ sind die von Clarisse Maylunas geschaffenen Rauminstallationen und Skulpturen, und natürlich gibt es viel zu hören und einen umfangreichen Film- und Digitalbereich. Außerdem hat Irene Suchy ein Kompositionsprojekt initiiert, bei dem sich zeitgenössische Komponistinnen in ihren Werken auf die Geschichte des weiblichen Musikschaffens beziehen.


Die Ausstellung „Musica Femina“, die im Vorjahr bereits erfolgreich in Wien gezeigt wurde, ist von 26. Juni bis 4. September 2019 im Bildraum Bodensee in Bregenz zu sehen.
Website des Projekts „Musica Femina“.