SISYPHOS – EIN GLÜCKLICHER MENSCH?

Die von Felician Myrbach (1853–1940) geschaffene Grafik zeigt Ausstellungsmitarbeiter bei der Auswahl von Bildern für den „Salon de peinture et de sculpture“, jene imposante Kunstschau, die bis 1880 regelmäßig in Paris stattfand. Das Ordnen der Bilder kam wohl auch einer Sisyphosarbeit gleich.Die von Felician Myrbach (1853–1940) geschaffene Grafik zeigt Ausstellungsmitarbeiter bei der Auswahl von Bildern für den „Salon de peinture et de sculpture“, jene imposante Kunstschau, die bis 1880 regelmäßig in Paris stattfand. Das Ordnen der Bilder kam wohl auch einer Sisyphosarbeit gleich.

Sisyphos – eine Figur der antiken Mythologie – war ursprünglich ein erfolgreicher Typ, der mit seiner Unverfrorenheit mehrmals den Tod überlistete. Doch endgültig in der Unterwelt angelangt, büßt er für seine Frechheit. Als Strafe muss er einen Felsblock einen Berg hinaufwälzen, wobei der Stein knapp vor Erreichen des Gipfels jedes Mal wieder ins Tal rollt. Und Sisyphos muss immer wieder von Neuem beginnen – ein Albtraum.
So ist die Sisyphosarbeit sprichwörtlich geworden. Viele fühlen sich in ihrem Beruf bisweilen an den tragischen Helden der Antike erinnert. Gerade zum Jahreswechsel, wenn man zurück und nach vorne blickt, sehen manche den Gipfel des Sisyphos vor sich.
Der französische Schriftsteller und Philosoph Albert Camus jedoch deutete dieses Schicksal positiv: „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“
Na dann: Viel Glück!
(J.P.)