VON PROZENTEN UND DIAGRAMMEN

Buchcover (Ausschnitt)

Statistiken gehören heutzutage einfach dazu, wenn es darum geht, Informationen leicht fasslich zu machen und Daten möglichst anschaulich darzustellen. Täglich ist man in Zeitungen und Zeitschriften, im Fernsehen und im Internet mit den verschiedensten Arten von Diagrammen konfrontiert, erfährt, um wieviel Prozent dies zugenommen oder jenes abgenommen habe.

Doch Skepsis ist geboten, denn: „Mit Statistik lässt sich alles beweisen!“ Das sagt einer, der es wissen muss – nämlich Andreas Quatember, seines Zeichens Professor am Institut für Angewandte Statistik der Johannes Kepler Universität Linz. BuchcoverQuatember beschäftigt sich unter anderem mit der Verwendung von Statistiken in den Medien – und stößt dabei immer wieder auf so viel „statistischen Unsinn“, dass er diesen zum Thema eines Buches gemacht hat. Dieses ist vor ein paar Jahren, 2015, erschienen und auch weiterhin hochaktuell und vor allem sehr lesenswert. Denn Andreas Quatember versteht es, mit zahlreichen und oft sehr amüsanten Beispielen aufzuzeigen, was alles passieren kann, wenn in den Medien statistische Daten falsch berechnet oder interpretiert werden. Da erfährt die staunende Öffentlichkeit dann zum Beispiel, dass Männer ihren Rasierern treuer sind als ihren Partnerinnen, dass höherer Schokoladenkonsum mehr Nobelpreisträger erzeugt und dass es einen Zusammenhang zwischen den Erfolgen des walisischen Rugbynationalteams und dem Ableben von Päpsten gibt. Alles natürlich „statistischer Unsinn“, und damit Medienkonsumenten diesen leichter erkennen können, liefert Quatember mit seinem Buch das nötige Basiswissen. Da geht es unter anderem um den Unterschied zwischen Prozenten und Prozentpunkten, um vergleichbare und nicht vergleichbare Mittelwerte, um täuschende Diagramme, um Stichproben und Wahrscheinlichkeiten – übrigens auch beim Lottospiel.

Andreas Quatember: Statistischer Unsinn. Wenn Medien an der Prozenthürde scheitern. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2015. Auch als E-Book erhältlich.