VOM HEIMKOMMEN…

Foto © Konrad Holzer

„Vom Heimkommen“ – das ist der Untertitel, den die österreichische Schriftstellerin Christina Maria Landerl und die multidisziplinäre israelische Künstlerin Ronny Aviram ihrem Buch „TelAviVienna“ gegeben haben. Landerl und Aviram sind befreundet, kannten aber die jeweils andere Heimatstadt nicht. Da sie beide auch nicht mehr in diesen Städten wohnen, kommt das „Heimkommen“ in den Titel und spielt die Erinnerung eine große Rolle.

Beiden war es wichtig, die Brüche zwischen eben dieser Erinnerung und der Jetztzeit festzuhalten. Landerl schreibt darüber – so etwa widmet sie dem so typischen Wiener Kastanienbaum einen Abgesang und meint, dass – wegen der Miniermotte – Wien „einmal eine Stadt ohne Kastanien sein wird“. Aviram reagiert manchmal auf Landerls Schreiben auch mit Texten, zum Beispiel dem, wo davon die Rede ist, dass der in Tel Aviv allgegenwärtige Ficus mittlerweile zur DNA der Stadt gehört. Ansonsten zeigt sie Bilder, die einerseits auf touristische Hotspots aufmerksam machen, andererseits geht es ihr aber sichtlich auch darum, ihren Fotos eine eigenständige Aussage zu geben, mit Licht und Schatten und Farben und Grautönen zu arbeiten. Sie kann mit ihren Fotos nicht zurückblicken, sie zeigt das „Hier und Jetzt“ und schreibt: „Dieses Buch beschäftigt sich damit, wie sehr die Erinnerung an unsere Heimatstädte uns ausmacht und uns formt – und wie die Städte sich an sich selbst erinnern“.

Christina Maria Landerl u. Ronny Aviram: TelAviVienna. Vom Heimkommen. Verlag Müry Salzmann, Salzburg 2022.

(4.7.2022)