VOM LEBEN AM UND AUF DEM WASSER

Alle Fotos © Konrad HolzerAlle Fotos © Konrad Holzer

Das Fahren auf dem Wasser gleicht dem Flanieren, steigert es vielleicht noch in Richtung Bequemlichkeit. Weil man selbst ja ruht und die Umgebung an einem vorbeigleitet. Wahrscheinlich ist das Leben am und auf dem Wasser in den diversen Kontinenten verschieden. Im Folgenden soll gezeigt werden, was sich am Mekong in Laos und Vietnam, am Irawadi und am Inle-See in Myanmar oder am Tonle Sap in Kambodscha, am Chao-Phraya in Bangkok, am River Kwai und den Backwaters im südindischen Kerala abspielt. Es sind zugegebenermaßen touristische Blicke, die auf dieses ganz eigenartige Leben geworfen werden, Blicke, die das Fremde aufnehmen und zuerst einmal von der Idylle fasziniert sind.

 

Treibt man so auf dem Wasser dahin, dann sind es immer wieder die Boote, die einem entgegenkommen, einen überholen, am Ufer vertäut sind. Es wird auf die persönliche Verfassung ankommen, was denn da so die meiste Aufmerksamkeit erregt. Bei mir sind es die einsamen Ruderboote.

 

Nun ist dieses Fahren im Boot ja nur ganz selten Selbstzweck. Hauptsächlich dient es der Arbeit und da wieder dem Fischen. Die Fischer am Inle-See in Myanmar haben eine ganz eigene Technik des Ruderns entwickelt, sie klemmen das Ruder mit dem Oberarm an den Körper und rudern – gekonnt balancierend – mit einem Bein. So haben sie beide Hände frei für ihre spezielle Art des Fischens mit Körben.

 

Frauen fahren mit den Booten zum Einkaufen, sind Händlerinnen oder aber rudern kleine Touristenboote durch die schmalen Arme des Mekongdeltas.

 

Dann fährt man aber auch weite Strecken ruhig dahin, sieht keine Menschen, hin und wieder Tiere, Erdnussfelder, einzelne Hütten an den Ufern oder Dörfer und Heiligtümer.

 

Intim wird es dann, wenn die Kanäle und Wasserarme so schmal werden, dass man das Leben am Ufer beobachten kann, wenn sich dort Alltag tut, Kinder in die Schule gehen, Menschen mit Sack und Pack und Kind und Kegel übersiedeln, Frauen Wäsche waschen oder aber selbst ein Bad nehmen. Und sehr oft winken die Menschen den Vorbeifahrenden zu und schicken sogar Küsse.

 

Dort wo Wasser ist, sind aber auch Brücken: von provisorisch-behelfsmäßigen über kleine Kunstwerke bis hin zu den gigantischen, die großen Flüsse überspannenden Bauwerken – und natürlich auch die Brücke über den Kwai.

 

Am Ende des Tages sitzt man dann auf dem Balkon der Lodge, blickt hinunter auf den Fluss und ist froher Erwartung, was der nächste Tag bringen mag.