VON PAPPENHEIMERN UND KALAUERN

Karl Grünwedel (1815-1895): Burg PappenheimKarl Grünwedel (1815-1895): Burg Pappenheim

Pappenheim ist ein fränkischer Luftkurort, in dem es eine alte Burg, eine noch ältere romanische Kirche, Fachwerkhäuser und ringsum viel Wald gibt. Bekannt aber wurden die Pappenheimer nicht wegen der Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt, sondern durch Friedrich Schillers Drama „Wallensteins Tod“. Darin lobt der Feldherr Wallenstein die Treue des Regiments des Grafen von Pappenheim mit den Worten: „Daran erkenn‘ ich meine Pappenheimer“ – was zu einer viel gebrauchten Redewendung wurde.

Warum aber gerade die Pappenheimer im Ruf standen, zuverlässig und gut einschätzbar zu sein, das weiß der deutsche Sachbuchautor Rolf-Bernhard Essig. Pappenheim ist eine der zahlreichen Stationen auf seiner interessanten und amüsanten Tour zu sprichwörtlichen Orten. Von Buxtehude, wo angeblich die Hunde mit dem Schwanz bellen, geht es bis nach Ultima Thule, zwischendurch werden böhmische Dörfer ebenso besucht wie Küssnacht und Canossa und es wird auch nachgeforscht, ob denn die Kleinstadt Kalau tatsächlich etwas mit dem als Kalauer bezeichneten Wortspiel zu tun hat.

Rolf-Bernhard Essig: Ich kenn doch meine Pappenheimer! Wunderbare Geschichten hinter sprichwörtlichen Orten. Dudenverlag, Berlin 2018.