WARUM ICH ARCHITEKTIN WURDE

Die Frankfurter Küche, MOMA New York, Foto: Jonathan Savoie (Ausschnitt), Wikipedia, Creative-Commons-Lizenz

„Sich der Vergangenheit zu erinnern ist nicht Selbstzweck. Mir scheint das nur sinnvoll, wenn man daraus Schlüsse für die Gegenwart ziehen kann“, schrieb Margarete Schütte-Lihotzky (1897–2000) in ihren posthum erschienenen Erinnerungen. Sie selbst folgte dieser Forderung in hervorragender Weise, und dies macht den Band „Warum ich Architektin wurde“ so lesenswert. Klar strukturiert, völlig uneitel und in einer angenehm sachlichen Sprache gab da die Architektin Auskunft über ihr bewegtes Leben.

Es beginnt mit ihrem Studium an der Wiener Kunstgewerbeschule, das sie als eine der ersten Architektinnen Österreichs abschloss. Ein weiteres Thema sind ihre Erfahrungen mit dem Wiener und dem Frankfurter Wohnbau. Ausführlich geht sie auch auf die von ihr entworfene „Frankfurter Küche“ ein, für die sie international berühmt wurde. Das Buch endet im Jahr 1930, Schütte-Lihotzkys Tätigkeit in Moskau und Istanbul kommt in den Erinnerungen ebenso wenig vor wie ihre Zeit in Gestapo-Haft. Ihrem Widerstandskampf gegen das Nazi-Regime hat Schütte-Lihotzky bereits zu Lebzeiten eine eigene Publikation gewidmet.

Buchcover
Margarete Schütte-Lihotzky: Warum ich Architektin wurde. Hrsg. v. Karin Zogmayer, Residenz Verlag, Salzburg 2019.