WEIHNACHTSKRIMIS

Ausschnitt aus dem Cover von Edith Kneifls Buch „Tatzeit Weihnachten. 13 schaurig-schöne Kriminalgeschichten zum Fest“

Nostalgie zuerst: Ein lichtdurchflutetes, mit Blattgold über Gebühr verziertes Penthouse in Manhattan, der Weihnachtsmann steht als Barkeeper hinter der Theke. Das ist der Schauplatz einer zuerst recht ausgelassenen Weihnachtsfeier. Der Krimi, der sich daraus entwickelt, ist 1957 erstmals – unter dem Titel „The Christmas Party Murder“ – publiziert worden, verfasst hat ihn der US-amerikanische Schriftsteller Rex Stout (1886–1975), der mit Nero Wolfe einen der exzentrischsten Privatdetektive der Kriminal-Literatur geschaffen hat. Dieser Gourmet und Orchideenzüchter hat auch einen Mann fürs Grobe, nämlich Archie Goodwin, den Ich-Erzähler der insgesamt über dreißig Titel umfassenden Nero Wolfe-Krimiserie, die auch im deutschen Sprachraum in den 1960er und 70er Jahren ein großer Erfolg war. Nun, rund ein halbes Jahrhundert später, wird sie neu übersetzt – der Weihnachtskrimi trägt den Titel „Zyankali vom Weihnachtsmann“ – und man lässt sich gerne – nostalgisch abgefedert – in jene Zeit zurückversetzen.

Buchcover
Ins Hier und Jetzt: Die österreichische Schriftstellerin und Glauser-Preisträgerin Edith Kneifl versammelt unter dem Titel „Tatzeit Weihnachten“ 13 schaurig-schöne Kriminalgeschichten, deren Schauplätze unter anderen die Wiener Pilgrambrücke, der Nürnberger Christkindlesmarkt und der Hamburger Hauptbahnhof sind. Der Tenor dieser Geschichten: Weihnachtsmänner sterben schneller!

Rex Stout: Zyankali vom Weihnachtsmann. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Gunter Blank. Klett-Cotta, Stuttgart 2019.
Edith Kneifl: Tatzeit Weihnachten. 13 schaurig-schöne Kriminalgeschichten zum Fest. Falter Verlag, Wien 2019.