WINTERSPORTMUSEUM MÜRZZUSCHLAG

Alle Fotos: B. Denscher

Mehrere tausend Paar Ski – von historischen Raritäten und so manchen Kuriositäten bis zu den Siegerskiern von Pistenstars wie Mikaela Shiffrin und Marcel Hirscher –, außerdem Snowboards, Schneeschuhe, die unterschiedlichsten Arten von Schlitten, Rennbobs, Eisstöcke, Schlittschuhe, Wintersportbekleidung und noch vieles mehr: Es ist eine riesige Sammlung, über die das „WinterSportMuseum“ im steirischen Mürzzuschlag verfügt. Gezeigt wird sie in einer klug zusammengestellten, sehenswerten Auswahl in den Ausstellungsräumen des Museums.

Gegründet wurde das Wintersportmuseum 1947 und war zunächst in den Kellerräumen des Rathauses untergebracht. Allerdings wuchsen die Bestände rasch an (mittlerweile ist die Sammlung eine der weltweit größten ihrer Art), sodass das Museum später mehrfach umsiedeln musste und vor allem keine ausreichenden Lagermöglichkeiten für die vielen Objekte hatte. Eine umfassende Neugestaltung wurde notwendig, nach der sich das Museum nun seit Herbst 2018 in Form eines Schaudepots präsentiert, in dem außerdem genügend freier Raum für Sonderausstellungen und spezielle Schwerpunktthemen vorhanden ist.

In der Geschichte des Wintersports und vor allem des Skilaufs nimmt Mürzzuschlag einen bedeutenden Platz ein. Denn hier, im Nordosten der Steiermark, fand 1893 das erste internationale Skirennen statt. Zu bewältigen war dabei eine rund 600 Meter lange Abfahrt, für die der Sieger, der Norweger Wilhelm Bismark Samson 1 Minute 2 Sekunden benötigte. Im folgenden Jahr fand in Mürzzuschlag ein weiterer internationaler Abfahrtswettbewerb statt, den wieder ein Norweger, Andre Hansen, gewann. Und auch das Skispringen (damals meist noch mit dem norwegischen Wort als „Hoplöb“ bezeichnet) entschieden die Skandinavier – mangels Teilnehmer aus anderen Ländern – für sich: Der Sieger, Robert Holmen, sprang rund zwanzig Meter weit und erreichte damit eine für damalige Verhältnisse beeindruckende Weite.

Im Februar 1931 fand in Mürzzuschlag die „2. Arbeiter-Wintersport-Olympiade“ statt, an der rund eintausend Sportlerinnen und Sportler aus mehreren europäischen Ländern teilnahmen. Durchgeführt wurden Ski-, Rodel-, Eislauf-, Eishockey- und Eisschießbewerbe. Die Olympiade fand großes Publikumsinteresse und zahlreiche Radiostationen berichteten regelmäßig über die Wettkämpfe. Allerdings gab es ein Problem: nämlich die Schneelage. Denn 1931 gab es in Mürzzuschlag … zu viel Schnee! „Den Schneemassen“, so erfährt man im „WinterSportMuseum“, „fiel etwa der 30 km Langlaufbewerb zum Opfer, er musste kurz nach dem Start abgebrochen werden, da die Sportler in den Schneemassen steckenblieben.“

Das „WinterSportMuseum“ befindet sich im Zentrum von Mürzzuschlag, ganz in der Nähe des Kunsthauses und nur ein paar Schritte vom Brahms-Museum entfernt, das in jenem Haus untergebracht ist, in dem der Komponist in den 1880er Jahren die Sommerfrische verbrachte. „Es ist doch gar zu schön hier“, vermerkte Brahms einmal über Mürzzuschlag – und das gilt bis heute sowohl für den Sommer als auch für den Winter.

Das „WinterSportMuseum“ Mürzzuschlag kann Dienstag bis Samstag von 10:00 bis 13:00 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr besichtigt werden.