Emma Schlangenhausen (1882–1947) gehört zu den noch zu entdeckenden österreichischen Künstlerinnen. Die in Hall in Tirol geborene und in der Steiermark aufgewachsene Grafikerin studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule u.a. bei Koloman Moser und Alfred Roller. Ihr Werk war zu Lebzeiten in der Kunstwelt sehr wohl anerkannt. So beteiligte sie sich etwa an bedeutenden Ausstellungen, wie der von Gustav Klimt initiierten „Kunstschau 1908“ in Wien. Ab 1919 lebte Emma Schlangenhausen in Salzburg, wo sie Mitglied der Künstlervereinigung „Wassermann“ war. Neben Druckgrafik schuf sie auch Fresken für das Franziskanerkloster in Salzburg, die in der NS-Zeit allerdings zerstört wurden.

Veröffentlicht wurden Schlangenhausens Entwurf für ein Wien-Plakat und das Bild des Mädchens im dichten Schneetreiben im dekorativen Vorlagenwerk „Die Fläche“. Die Publikationsreihe ist ein bedeutendes Dokument der europäischen Kunst sowie eine aufschlussreiche Quelle zur österreichischen Kulturgeschichte. Der erste Band erschien in 12 Heften in den Jahren 1902 bis 1904. 1910/11 folgten noch einmal zwei Hefte. Deutlich war das Unternehmen von jenem Anliegen der Wiener Secession geprägt, „Kunst“ und „Alltag“ miteinander zu verbinden. Damit war „Die Fläche“ auch eine wichtige Wegbereiterin für die Ideen der „Wiener Werkstätte“.
Inhaltlicher Schwerpunkt der „Fläche“ waren die verschiedenen Formen angewandter Grafik, wie Plakate, Tapetenmuster, Schmuckpapiere, Stoffentwürfe, Inserate, Stickmuster und Buchillustrationen. Die avantgardistisch orientierten „Mustermappen der Moderne“ präsentierten Werke arrivierter Kräfte aber auch zahlreiche studentische Begabungen, zu denen auch viele Frauen gehörten.
Mehr über „Die Fläche“ findet man in dem Band: Bernhard Denscher: „Die Fläche“. Mustermappen der Moderne. Aesculus Verlag, Wolkersdorf 2025.
28.11.2025







