DIE KUNST DER LÜGE

„The Art of the Lie” heißt das neue Album von John Grant. Der Amerikaner, seit Jahrzehnten ein fixe Größe im Bereich des Alternative Rock, studierte unter anderem Russisch und Deutsch in Mainz und lebt schon seit einiger Zeit in Island.
Der Singer-Songwriter widmet sich in seinen Liedern immer wieder seiner Geschichte als Homosexueller in der christlich fundamentalistischen Umgebung, in der er aufwuchs. Im neuen Album finden sich ebenso Bezugnahmen auf die Lügen der Trump-Ära wie seine Reflexionen zu seiner konservativen Familie. Berührend in diesem Kontext der nachdenkliche Song „Father“, in dem es heißt: „I feel ashamed because I couldn’t be the man You always hoped that I would become.“

John Grant, The Art of the Lie, Bella Union Records, 2024.

„REIN INS GEMÄLDE“

„Rein ins Gemälde“ lautet derzeit das Motto im Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin. Die Aufforderung richtet sich vorrangig an Kinder und Jugendliche, und das Gemälde, in das man sich hineinversetzen kann, ist aus dem Zyklus der „Augsburger Monatsbilder“.

Augsburger Monatsbild Januar, Februar, März, ©Deutsches Historisches Museum, Foto: Indra Desnica.
Augsburger Monatsbild Januar, Februar, März, ©Deutsches Historisches Museum, Foto: Indra Desnica.

Die „Augsburger Monatsbilder“, die zu den bedeutendsten Kunstwerken des DHM zählen, entstanden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Wer sie geschaffen hat, ist nicht bekannt. Es sind vier Gemälde, bei denen es mit Januar beginnend thematisch jeweils um drei Monate geht. In der Art von Wimmelbildern präsentieren sie überaus detailreiche Panoramen vom Leben in einer Stadt zu Beginn der frühen Neuzeit.
Im Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung steht das erste der Monatsbilder. Erlebbar gemacht wird das darin dargestellte bunte Treiben in interaktiver Form – so etwa mit Spielen, Rätseln, Klang- und Riechstationen – und über einen historischen Ausstellungsparcours, bei dem das Gemälde um Originalobjekte aus den Sammlungen des DHM ergänzt wird.

Rein ins Gemälde! Eine Zeitreise für Kinder. Die Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin ist bis 19.1.2025 zu sehen.

„EIN ALTES, ECHT ENGLISCHES VERGNÜGEN“

Der Ursprung des modernen Fußballsports liegt – darin ist man sich in Fach- und Fankreisen einig – in England. Dort formierten sich Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem im militärischen Bereich sowie an Schulen und Colleges die ersten Fußballmannschaften.

NEAPEL: „DAS GIBT ES ALSO WIRKLICH“

Im Folgenden werden keine neuen Hymnen und Lobpreisungen zu lesen sein, denn: Wer auch immer weltweit sich literarisch zu Neapel geäußert hat, lobte die Stadt in den höchsten Tönen. Einleitend hier aber ein paar Gedanken über Abbild und Wirklichkeit…

KARIN MICHAËLIS – PUBLIZISTIN, FEMINISTIN, PAZIFISTIN

Sie schrieb über dreißig Romane und Erzählbände, sie war erfolgreiche Kinderbuchautorin, veröffentliche Reportagen und Essays, und wenn sie einen ihrer Vorträge hielt, so sorgte dies stets für Aufsehen und volle Säle. Denn Karin Michaëlis war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Star der internationalen Literaturszene.

Karin Michaëlis, ca. 1912 (Ausschnitt aus einer Fotografie von Frank C. Bangs, Det Kgl. Biblioteks billedsamling)

WIEDERGELESEN

Reliefplastik im Dom von Freising, die, wie die Inschrift besagt, Beatrix von Burgund darstellen soll (Foto: GFreihalter / Wikimedia Commons)

Beatrice von Burgund

Walter Lämmermann, Bombenschäden an der Wiener Staatsoper, 1945 (Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv und Grafiksammlung).

Die Rückkehr

Ost-Berlin

PFLANZEN ESSEN

Kevin Hobbs und Artur Cisar-Erlach lieben alles, was grünt und blüht, und sie wollen, dass wir den Pflanzen mehr Aufmerksamkeit schenken. Daher traten sie eine Reise um die Welt an, um neue essbare Pflanzen zu entdecken. 70 davon stellen sie in ihrem Buch „Pflanzen essen“ vor.

PARIS: DIE ENTSTEHUNG DER WARENHÄUSER

Im Jahr 1852 wurde in Paris mit „Au Bon Marché“ das wahrscheinlich erste Warenhaus der Welt eröffnet. Die damit verbundene neuartige Inszenierung des Konsums war ein deutlicher Indikator für die grundlegenden sozialen und ökonomischen Veränderungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Pariser „Musée des Arts décoratifs“ zeigt derzeit dazu eine sehenswerte Ausstellung.

UNTERWEGS

ZÜRICH: KIKI KOGELNIK. RETROSPEKTIVE

Das Kunsthaus Zürich zeigt derzeit eine repräsentative Ausstellung über Kiki Kogelnik (1935–1997) und damit die erste große Personale in der Schweiz zum Werk der renommierten Künstlerin. Die vor allem in Österreich und in den USA tätige Malerin und Performerin pflegte enge Kontakte zur New Yorker Pop Art-Szene, ging aber ihre eigenen ästhetischen Wege. Früh thematisierte sie in ihrer Arbeit das gesellschaftliche Rollenbild der Frau – in sowohl kritischer als auch kreativer Weise. Bei aller ernsthaften Auseinandersetzung mit den Herausforderungen ihrer Zeit blieb in ihrem Schaffen ein meist heiter wirkender, farbenfroher Grundton erhalten, der Kiki Kogelniks Kunst so populär werden ließ.

Abbildungen: Ausstellungsansichten Kunsthaus Zürich, 2024. Foto: Franca Candrian, Kunsthaus Zürich, Werke © Kiki Kogelnik Foundation.

Die Kiki Kogelnik-Retrospektive ist bis 14. Juli 2024 im Kunsthaus Zürich zu sehen.

FAHRRAD UND EMANZIPATION

Die Geschichte des Fahrrades als Individualverkehrsmittel begann Mitte des 19. Jahrhunderts – und war zunächst ausschließlich Männersache.

WAS IST EIN ALKOVEN?

Johann Wolfgang von Goethe war begeistert, dass in jenem Zimmer, das er im April 1787 in einem Gasthof in Palermo bezog, „ein erhöhter Alkoven hinter Vorhängen versteckt“ war. Doch was ist ein Alkoven?

SPRACHLICHES

Foto B. Denscher

„DIE GÄRTEN DER LITERATEN“

Für Maler:innen sind Gärten oft eine Quelle der Inspiration, aber was bedeuten Gärten den Schriftsteller:innen? Dieser Frage geht die englische Gartenarchitektin Jackie Bennett in ihrem Buch „Die Gärten der Literaten“ nach.

Die Themen der Flaneurin:

Headerbild: Glyndebourne, England, Juni 2024 (Foto B. Denscher)

Nach oben scrollen