Kunst

GEMALTE SCHUHE

Die elfenbeinfarbigen Satinpumps der Marquise de Marigny wären auch heutzutage durchaus braut- oder ballkleidtauglich. Zu bewundern sind sie und noch viele weitere exquisite Modelle in dem großformatigen Bildband „Musée du Louvre – Gemalte Schuhe“.

Franz Marc: Blaues Pferd I. 1911. Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München (Creative Commons CC0 1.0) Detail.

DIE BLAUEN PFERDE DES FRANZ MARC

Es sind die ganz spezielle Farbgebung und vor allem auch die Motivwahl, die kennzeichnend für das Werk von Franz Marc sind. Denn Marc, der einer der bedeutendsten Künstler des Expressionismus war, malte vor allem Tiere – und zwar bevorzugt Pferde.

DIE BILDERWELT DES WALTER TRIER

Auch wenn man sonst kaum mit dem Werk von Walter Trier vertraut ist, das Titelbild zu Erich Kästners Kinderbuch „Emil und die Detektive“ kennen doch die meisten.

Hilde Exner, Illustrationen für ein Tierbilderbuch, publiziert in: Ver sacrum, 1903, 4. Heft

HILDE EXNER – WIENER KUNST UM 1900

Als der Rezensent der „Wiener Zeitung“ im Juni 1919 über die 54. Ausstellung der Wiener Secession berichtete, erwähnte er neben Georg Merkel, Oskar Laske und anderen auch die Skulpturen „der sehr merkwürdigen Hilde Exner“ mit dem Hinweis, dass deren Arbeiten „Anspruch auf genauere Betrachtung“ hätten.

Alle Abbildungen in diesem Beitrag stammen aus der Library of Congress, Rare Book and Special Collections Division, Washington

BRACCELLIS BIZARRE FIGUREN

„Kubismus“, lautet oft der erste Einordnungsversuch beim Anblick der Grafiken von Giovanni Battista Braccelli. Doch damit und auch mit der geschätzten Entstehungszeit „frühes 20. Jahrhundert“ liegt man mächtig daneben. Denn die „Bizzarie di varie figure“ wurden 1624 in Livorno veröffentlicht.

Olga Wisinger-Florian: Frühstück in Karlsbad, 1895. Wikimedia Commons

EIN BESUCH BEI OLGA WISINGER-FLORIAN

Olga Wisinger-Florian (1844–1926) gehörte zu den bedeutendsten bildenden Künstlerinnen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Im Zuge der intensivierten Bemühungen um eine gendergerechte Kunstgeschichtsschreibung fand ihr Werk in den vergangenen Jahren wieder verstärkte Beachtung.

Michelangelo: Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle. Foto: Aaron Logan/Wikimedia Creative Commons

MICHELANGELO – „WAS EIN MENSCH VERMAG“

Der deutsche Kunsthistoriker Horst Bredekamp wollte, als er das Manuskript für sein Michelangelo-Buch abgab, gleich wieder von Neuem beginnen. Das lässt er in einer sehr persönlich gehaltenen Vorbemerkung wissen – und auch „dass dem Leser keineswegs ein abgeschlossenes Wissen aufbereitet, sondern vielmehr ein offenes Angebot gemacht wird, den Werkkreis Michelangelos neu zu durchdenken.“

Laurits Tuxen: Spaziergänger am Strand von Skagen. 1922. Wikimedia Commons

TRAUMORTE FÜR AUSSTEIGER

„Immer wieder seit dem 19. Jahrhundert haben sich Menschen auf das Abenteuer eingelassen, ihr Leben, zumindest für eine gewisse Zeit, auf eine komplett neue Grundlage zu stellen. Bezeichnenderweise waren es in vielen Fällen Künstlerinnen und Künstler, die den Neuanfang an einem anderen Ort wagten.“

Josef Maria Auchentaller: Ausschnitt aus einem Plakat für das „Seebad Grado“, 1906. Wien Museum

REISEN – ZWISCHEN PLANUNG UND VORFREUDE

„Reisepläne“ lautet der Titel eines 1875 von Adolph von Menzel gestalteten Bildes. Die kleine Gouache hält nicht nur einen flüchtigen Augenblick fest, sondern sie lässt ganz nebenbei in der Rückschau verschiedene kulturhistorische Aspekte in ihrer Alltäglichkeit aufscheinen.

Janosch: „Blumengruß“, Aquarell © Janosch/ Little Tiger Verlag

JANOSCHS BILDERWELTEN

Denkt man „Janosch“, hat man ganz sicher diese Tierfiguren vor sich, die so viel Menschliches an sich haben. Mit leise zittrigem Strich hingezeichnet und mit zarten Aquarellfarben bemalt. Es sind melancholisch-heitere, anthropomorphe Tiere mit markanten Charakterzügen.

Anita Rée, Selbstbildnis, 1930, Ausschnitt (Alle Abbildungen: Wikimedia Commons). 

WIEDERENTDECKT: DIE MALERIN ANITA RÉE

Tiefe Melancholie spricht aus dem 1930 entstandenen Selbstporträt von Anita Rée. Sie wirkt traurig, enttäuscht, hoffnungslos – und doch war sie, als das Bild entstand, am Höhepunkt ihrer Karriere. Die Malerin fand mit ihren von der zeitgenössischen Avantgarde geprägten Werken nicht nur in Deutschland viel Beachtung und Anerkennung, sondern sie war auch international erfolgreich.

DAS BUCH DER WUNDERKAMMERN

Archäologische Fundstücke, seltene Metalle, Edelsteine, Goldschmiedearbeiten, Bücher, wissenschaftliche Geräte, Gemälde, Skulpturen und noch viel mehr an Kuriosem und Skurrilem ist in jenen Sammlungen zu finden, denen sich der Fotograf Massimo Listri und der Kunsthistoriker Antonio Paolucci in ihrem „Buch der Wunderkammern“ widmen.

Gunter Damisch: Graulochpilzcollage (Ausschnitt), Foto: Günter König

GUNTER DAMISCH: HERZORT AUGFELD

Der österreichische Maler und Plastiker Gunter Damisch (1958–2016) gehörte zu den sogenannten „Neuen Wilden“, also zu jener Gruppe von Künstlern, die seit Ende der 1970er Jahre hauptsächlich in Deutschland und Österreich tätig waren und sind.

Raffael, Detail aus dem Gemälde „Sixtinische Madonna“. Alle Abbildungen: Wikipedia

DAS PHÄNOMEN RAFFAEL

Das Datum seiner Geburt – irgendwann im Frühjahr 1483 in Urbino – steht nicht so genau fest. Doch als der Maler und Architekt Raffaello Santi am 6. April 1520 in Rom starb, wurde dies europaweit betrauert.

DIE ZEDER: HOCHGESCHÄTZT UND VIELGEPRIESEN

Wohl kaum einem anderen Baum kommt seit Jahrhunderten und Jahrtausenden eine derart hohe Wertschätzung zu wie der Zeder. Schon in einer der weltweit ältesten schriftlich überlieferten Dichtungen, dem vor rund viertausend Jahren entstandenen altbabylonischen Gilgamesch-Epos, ist ein Zedernwald ein zentraler Schauplatz

H.C. Andersen: Der Botaniker, 1848, Scherenschnitt, Königliche Bibliothek Kopenhagen

„DES MÄRCHENDICHTERS SCHERE“

Als Märchendichter ist Hans Christian Andersen weltberühmt. Weniger bekannt ist, dass Andersen nicht nur ein genialer Erzähler war, sondern auch ein talentierter und sehr origineller bildender Künstler.

William Hogarth: Selbstporträt ("The Painter and His Pug"), 1745. Tate Britain

EIN FRÜHER SOZIALKRITISCHER KARIKATURIST

„Hogarth Act“ heißt ein 1735 in Großbritannien erlassenes Gesetz, das als eines der frühesten Urheberrechtsgesetze der Welt gilt. Benannt ist der „Hogarth Act“, der die Rechte von Kupferstechern an ihren Werken schützt, nach dem Maler William Hogarth.

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